Home













Hier klicken:
Listinus Toplisten
Vote für mich bei www.listex.de!







Ich grüße Euch, Chummers.
Einige von Euch werden mich kennen und denen habe ich an dieser Stelle auch nichts Neues zu erzählen. Für all die anderen die mich nicht kennen, kann dieser Reiseführer hier unbezahlbar sein. Diese Informationen hier werden Euch nicht den Arsch retten, aber sie werden dafür sorgen, dass Ihr hier nicht all zu hart landet und smooth im Bremer Schatten vorankommt. Um in meiner Stadt zu überleben oder es gar zu etwas zu bringen, musst Du sie kennen.
Zunächst mal zu meiner Person: den meisten bin ich bekannt als Tycho, manchmal auch als SirTycho. Dieser Name ist willkürlich gewählt und hat keinen Bezug zu meiner echten Identität. Ich bin kein Bremer Urgestein, aber schon seit mehreren Jahren hier im Schatten unterwegs. Mein Gönner holte mich vor einiger Zeit her und inzwischen kenne ich den Schatten und die Stadt wie meine Westentasche. Ich verdiene hier auch mein Geld. Wie? Ich bin eine Art Talentscout für die feinen Herrn Schmidts. Ich sage Ihnen, wer gut ist für Ihre Angelegenheiten und dafür bekomme ich meine paar Nuyen. Der beste Weg es hier also zu etwas zu bringen, ist es sich an mich zu halten.
Warum ich das hier schreibe? Vor einem Jahr etwa entstand in unserer schönen Hansestadt eine Art Machtvakuum im Schatten. Zwischen den Russen und Yaks wurden zahlreiche gute Leute zerrieben. Heute lecken die Big Player ihre Wunden und das organisierte Verbrechen ist relativ ruhig. Stattdessen florieren die Konzerne. Nur gibt es nicht mehr viele gute Runner hier. Ich will das ändern, denn ich verdiene so mein Geld. Ich stehe nicht auf Importrunner aus Hamburg oder sonst wo. Was wir hier brauchen sind Experten, die sich hier auskennen. Nutzt die Informationen und passt auf wo Ihr hintretet.
Tycho

Übertragen: 22. Dezember 2062


Zunächst mal: Bremen ist kein Kindergarten und auch kein Auffangbecken für die Runner, die in Hamburg verbraucht wurden. Wer es hier zu etwas bringen will, muss sich hocharbeiten und bekommt nichts geschenkt. Jeder der hier mit hochgesteckten Erwartungen oder einem Ego so groß wie die Nordsee daher kam, war schneller Fischfutter als er "Bitte erschieß mich nicht" sagen konnte.
Wenn Ihr allerdings denkt, dass diese Stadt zu hart für Euch ist, dann verschwindet direkt wieder. Kugelfänger gibt es hier ohnehin schon genug.


Geschichte & Politik
Der Bremer Roland, ein Wahrzeichen der ehemaligen Hansestadt, überstand Kriege, Sturmfluten und Castingsshows.
Wann genau Bremen entstanden ist, weiß niemand so genau und, ehrlich gesagt, spielt es auch keine Rolle mehr. Offiziell wird es irgendwann im 8. Jahrhundert gewesen sein. Die Stadt war Bischofsitz und schüttelte die kirchliche Vorherrschaft erst ab, als die Stadt durch den Beitritt in die Hanse richtig Geld scheffelte. Als Zeichen ihrer neuen Unabhängigkeit stellten die Bremer den berühmten Bremer Roland auf, an den das Schicksal der Stadt gebunden ist: fällt er, fällt auch die Bremer Selbstständigkeit.
Bremen war immer ein besonderer Knotenpunkt für nautischen Fortschritt, den sich die Stadt auch durchaus leisten konnte. So entstanden hier beispielsweise der erste künstliche Hafen und das erste Dampfschiff Deutschlands. In den folgenden Jahrhunderten wurde Bremen zu Napoleons Zankapfel, Geburtsstätte für Hitlers Kriegsmarine und beliebter Zielort für amerikanische Bomberangriffe. Doch immer behielt die Stadt ihre Souveränität, bis zum Jahre XXXX. Durch die Eingliederung in den Norddeutschen Bund verlor die Hansestadt ihre Souveränität und damit auch die Bürgerschaft, das ehemalige Bremer Parlament. Der Bremer Roland steht allerdings heute immer noch und hat das gleiche freche Grinsen drauf wie immer. Geholfen hat er uns nicht.
Heute ist die Hansestadt Bremen eine pulsierende Metropole mit annähernd zwei Millionen Einwohnern. Binnen fünfzig Jahre ist die Bevölkerung der Stadt auf das vierfache gestiegen. Die Eurokriege brachten eine Menge Flüchtlinge die nie mehr gingen und vor allem die Überflutungen, die unter anderem das gesamte Bremerhaven von der Landkarte tilgte, bescherte der Stadt eine großen Haufen neuer Einwohner. Eine Masse, denen man kaum gerecht werden konnte. Schnell mussten Wohnungen her und die wurden an vielen Stellen aus der Erde gestampft, die dafür nur wenig geeignet waren. Unter dem kühlen Namen Neu-West entstand ein komplett neuer Stadtteil, während andere Gebiete unter den Massen aufschwollen.
Noch heute liegt Bremerhaven einige Meter tief unter dem Wasserspiegel und ist absolut unbewohnbar. Zumindest für Menschen. An anderen Stellen Bremens schwappt das verseuchte Brackwasser der Nordsee in die Stadt und viele Stellen sind inzwischen unbetretbar verseucht. Aber so katastrophal das alles klingen mag: die meisten Probleme sind inzwischen insoweit unter Kontrolle, dass sie nicht mehr in der Tagespresse erscheinen. Auch Dauerüberschwemmungen lassen sich durch geringere Mietkosten meistens ganz gut verwerten.
Der gesamte Bremer-Plex steht etwas im Schatten Hamburgs, doch Bremen ist sich seiner Führungsrolle im Norddeutschen Bund bewusst. Geführt wird die Stadt übrigens von Bürgermeister Michael Drieling; einem Troll.
Bremen ist im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten überdurchschnittlich hoch verschuldet. Das liegt vor allem daran, dass viel Geld für den Schutz vor Überflutungen drauf geht. Außerdem lassen sich die Bremer die Sicherheit in der historischen Bremer Altstadt gerne was kosten.

Auch gerne mal Ground-Bremo genannt. Ich sag nur: "AAA"
Anubis

Einwohner
Bremen hat knappe 1.800.000 Einwohner. Die Zahl der illegalen und nicht registrierten Einwohner wird, je nach Quelle zwischen 20.000 und 100.000 geschätzt.

Das hängt ganz davon ab, ob man die "Resozialisierungszone Bremen West" mitzählt, oder nicht.
Dûnkes Russ

"Resozialisierungszone"? Ein sehr blauäugiger Begriff für ein bewohntes Loch, wo auf alles geschossen wird, was rauskommt.
Scully

Der Großteil der Bewohner Bremens sind Menschen, mit einem Anteil von 74 %. Es folgen Orks (12%), Zwerge (6%), Trolle (5%) und Elfen (3%). Der relativ hohe Anteil an Trollen und Orks erklärt sich dadurch, dass sie hervorragende Hafenarbeiter darstellen. Sie sind daher auch wesentlich weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als in anderen Teilen der ADL.
Der Bremer an sich ist nicht besonders auffällig. Aber man muss da zu sagen, dass die Stadt durch die starke Zuwanderung in den letzten Jahrzehnten sehr viel ihrer Identität verloren hat. Den typischen Bremer gibt es eigentlich nicht mehr. Es gibt jedoch trotzdem einige Charaktereigenschaften, die auf den Großteil der Leute zu treffen: die meisten sind sehr weltoffen, redefreudig und immer auf eine plötzliche Springflut vorbereitet.

Konzernwelt
Immerhin zwei der richtig dicken Konzerne haben große Niederlassungen in Bremen: Aztechnology und Yamatetsu. Manchmal scheint man die giftigen Blicke der oberen Mitarbeiter förmlich zu spüren, die sie sich aus ihren Chefetagen zuwerfen. Während Aztech die Nähe zur Nordsee für ihre Giftgeistforschung nutzt, ist Yamatetsu hier auf die Produktion von metamenschenfreundlicher Artikel spezialisiert. Also, eigentlich völlig andere Sparten.
Neben zahllosen kleineren Betrieben, gibt es noch ein paar andere dicke Brummer. Ruhrmetall betreibt riesige Schmerzöfen in den Häfen, während die AG Chemie nur wenig nördlicher die Weser verpestet. Im Süden treibt sich die Internationale Fahrzeug- und Maschinen-Union, kurz IFMU, um, die hier ihr Daimler-Benz Werk betreibt. Zu guter letzt ist noch die Vulkan Werft nennenswert die hier sportliche Kriegsschiffe vom Fliessband lässt.
Allerdings sind das nur die Big Player der Konzernwelt. Wie gesagt, gibt es unzählige weitere kleinere Firmen.

Kurz gesagt: Es gibt genug für uns zu tun, Chummerinos.
Fireball

Sport
Das neue Weser Stadion tront auf einem Plateau und bietet Platz für fast 55.000 Fans.
Es gibt eine Sportart, die Bremen schon seit über einem Jahrhundert vereinnahmt: der Fußball.
Werder Bremen ist eine der erfolgreichsten Mannschaften in der gesamten ADL. Das Neue Weserstadion in der Neustadt, nahe Hastedt, wurde 2042 feierlich eröffnet, nachdem das Alte von einer Flut unterspült wurde und abgerissen werden musste. Auf den Tribünen ist Platz für bis zu 55.000 Fans. Der letzte große Titel war im Jahre 2056 der Gewinn der ADL-Meisterschaft. Seitdem warten Fans und Spieler vergebens auf weitere große Erfolge.

Das wird sich ändern. Gerade sieht es gut aus in der Tabelle. Bremen wird Meister!
Valentin

Die Ruinen von Kattenturm sind alljährlich Schauplatz der Bremer Stadtkriegsmeisterschaften. Innerhalb des norddeutschen Bundes ist es die Adresse für Urban Brawl Fans, aber auch international sind die Kämpfe bekannt. Zwar hat das Bremer Team, die Chromlegion, in der großen, weltweiten Szene kaum Bekanntschaft erlangt, aber in Kattenturm sind sie fast unbesiegbar.

So etwas nennt man dann Heimvorteil. Oder vorplatzierte Sprengfallen.
Dedalus

Zwei weitere beliebte Sportarten sind Hoverball und Combat Biking. Das, mit Jetski gespielte, Hoverball wird gerne auch schon mal in den überschwemmten Ruinen vor dem Bremer Becken gespielt. Hier sind die Bremer Mangy Blackcats in der ersten europäischen Liga dick im Rennen. Im Combat Biking spielt Pandaemonia Bremen oben mit.

Großartige Sportarten - großartige Action. Und auch großartige Wettgewinne. Hier haben die Yaks ihre Finger im Spiel.
LiT

Verkehr
Als ehemalige Hansestadt liegt Bremen natürlich an der See, genauer gesagt an der Nordsee.

Potzblitz!
NewJane

Die Nähe zum Wasser hat der Stadt Jahrhunderte lang immer den Status eines wichtigen Warenumschlagplatzes eingebracht. Doch wie bereits erwähnt, hat das Wasser in den letzten paar Jahren ordentlich zurückgeschlagen und sich viele Teile der Stadt geholt. Das Wasser schwappt heute noch durch viele Stadtteile. Schlecht für die Autofahrer; super für Fahrer von Hover-Fahrzeugen. Für die sind große Teile der Stadt frei zugänglich. In den verseuchten Brackwassern und Sümpfen um die Stadt sind die Luftkissenfahrzeuge deutlich im Vorteil.
Das öffentliche Verkehrsnetz Bremens ist gut ausgebaut. Der Hauptbahnhof liegt, gut gesichert in der Neustadt. Hier endet auch eine Transrapidstrecke, mit der man durch die halbe ADL brausen kann. Neben den Autobahnen ist auch das S-Bahn-Netz gut ausgebaut.
Generell bietet Bremen alles was eine Stadt dieser Größe vermuten lässt, ebenso einen internationalen Flughafen. Der liegt etwas außerhalb im Süden der Stadt. Zwar ist er nicht so bedeutend wie der Airport vor Hamburg, aber dennoch herrscht hier ordentlich Traffic. Natürlich penibel gesichert.

Amüsement
Die Karibik vor der Haustür: Der Weserdome ist ein beeindruckendes Schwimmbad im Osten der Großstadt.
In einer Millionenstadt muss man sich schon fast anstrengen, wenn man sich langweilen will. Bremen bietet eigentlich alles, was man sich vorstellen kann. Neben der Innenstadt, die vor Clubs und Bars nur so überschäumt, gibt es auch in anderen Stadtteilen immer wieder nette Lokale, SimCenter und ähnliches.
Herausragend ist der Weserdome in Oberneuland: ein riesiges Schwimmbad mit Sandstrand, Salzwasser und Südseeatmosphäre.
Da so eine Location den meisten Runnern jedoch verschlossen bleiben wird, empfehle ich lieber mal etwas, was den Leuten in unserer Branche schon näher kommt.
Es gibt einige Untergrundclubs, die an guten Tagen sogar so Freaks wie uns reinlassen. Zu nennen wäre das beispielsweise der Club "FreakShow" in Osterholz, wo man allerdings fast nur Metas und inzwischen auch Surgies antrifft. Als Norm empfehle ich dann doch eher die Neustadt.
Wer auch nach Feierabend noch nicht genug von Blut hat, für den ist das Riebed die erste Adresse. Im Keller finden jedes Wochenende Grubenkämpfe statt. Wer sich hart genug fühlt, kann jederzeit auch selber mal in den Pit steigen. Allerdings sind schon einige am nächsten Morgen beim Doc aufgewacht. Oder gar nicht mehr.

Ha! Sollen nur kommen die! Fertig ich sie machen werde!
Rasputin

Schatten

Ja, kommen wir endlich zu was richtig Interessantem.
Wie bereits erwähnt: der Schatten hier mag kleiner sein als in Hamburg, aber nicht weniger gefährlich. In Bremen tummeln sich auf sehr kleinem Gebiet gleich mehrere dicke Konzerne. Da gibt es immer wieder mal was zu tun. Sogar die Russen und Yaks haben ab und zu mal etwas für "freie Mitarbeiter" zu tun, aber an dieser Stelle eine Warnung. Diese Bastarde spielen nach ihren Regeln und drücken Runnern gerne ihre Stempel auf. Einmal drin, kommt man nicht mehr so leicht raus. Kein guter Schieber wird Euch an diese Bastarde vermitteln.

Ein Chummer von mir glaubte sein Exklusivvertrag mit den Russen wäre der Hauptgewinn. Er verdiente ganz gut, aber die Russen machten zu viel Druck. Er musste Jobs erledigen, die er sonst niemals angenommen hätte. Inzwischen hat es ihn erledigt.
Optimal

Mir kommen die Tränen. Selber Schuld, wenn man den Hals nicht voll kriegt.
Walzer
Der Bremer Roland, ein Wahrzeichen der ehemaligen Hansestadt, überstand Kriege, Sturmfluten und Castingsshows.

Wer einen guten Schieber hat, der kann gut Knete machen. Die meisten Schmidts sind bekannt; übers Ohr gehauen wird man selten. Das können sich die Schmidts hier nicht erlauben.
Es gibt zwei Adressen die jeder Runner hier kennen muss: das Gambit im Blockland und das Nieuw Kelder, oder oft auch nur Keller genannt, unter Huchting. Viele Schmidts wollen sich hier mit ihrem Personal treffen. Und wenn man hier einfach nur rumhängt, kann man vielleicht auch mal einen Job ergattern.

Das Gambit ist bekannter und gilt daher nicht selten als Treffpunkt für LowBudget-Runner. Das Nieuw Kelder ist irgendwo in der Kanalisation versteckt und ist der Treffpunkt für die großen Jungs. Letztlich sieht man aber überall dieselben Gesichter.
Anubis

Eigentlich gibt es für jeden Typ von Runner genug zu tun. Oft sind aber besonders Leute gefragt, die mit einem Boot oder Schiff umgehen können. Auch wer Hoverfahrzeuge steuern kann, wird sich vor Jobs kaum retten können. Wenn es ein Team in die Wildnis verschlängt, oder auch mal nach Bremerhaven, sind auch Magier sehr gefragt. Die werden zwar fürstlich bezahlt, aber dafür muss man sich auch mit Giftgeistern rumplagen.
Vor kurzem wurde der Schatten ein bisschen aufgewühlt, als eine der legendären Münzen des Glücks die Hansestadt passierte. Einige Runner haben gut verdient, andere liegen im Dreck. Auch ein Bremer Urgestein hat ins Gras gebissen: Eichmann. Der Zwerg war ein beliebter Schieber, aber es gibt Gerüchte, dass er seine eigenen Runner hintergangen hat. So etwas wird hier nicht gerne gesehen.

Was der Autor hier auslässt ist, dass er den gleichen dicken Wurm im Nacken hat, wie einst Eichmann. Es ist wohl ein offenes Geheimnis, dass der Drache Kaltenstein hier seine Fäden zieht. Und natürlich wollte auch der die Münze haben.
Brain

"Gerücht" trifft es wohl besser als "offenes Geheimnis."
Fango Uno

Sicherlich wird das, was ich hier schreibe, nicht jedem gefallen. Shadowrunner sind einfach eine Spezies, die sich ungerne in die Karten schauen lässt. Aber Euch sollte bewusst sein, dass diese Informationen nur an der Oberfläche kratzen. Bremen ist komplex und jeder wird eine Zeit lang brauchen, bis er sich hier zurecht findet. Wer es schnell schafft, der kann es hier zu etwas bringen. Wer zu lange braucht, wird überrollt. Der Schatten bewegt sich und brodelt.
Also, in Bewegung bleiben und in Deckung gehen, wenn's nötig ist.

Viel Erfolg.
Tycho
© The Inner Circle of Shadowrun 2009